Beschreibung der SSS-Prüfung
vom 11. Oktober.
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Prüfungszettel / Laufzettel für die
Sportseeschifferschein-Prüfung (SSS),
Prüfungsinhalte: Download
Aufgabe Schifffahrtsrecht SSS-Prüfung Download
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Allgemeine Fragen zum Sportseeschifferschein
unter Deck
Diese Fragen wurden in dieser Prüfung gestellt und von den
Prüflingen ziemlich genau so beantwortet, wie unten erwähnt.
Welche Maschine ist an Bord?
4-Zylinder Volvo Penta mit Zweikreiskühlsystem, Dieselmotor.
Wozu dient die kleine runde Öffnung unter der Treppenstufe?
Öffnung für Feuerlöscherschlauch, um den Motor im
Brandfall zu löschen.
Ein Brand welcher Kategorie würde im Motorraum entstehen?
Ein Brand der Klasse B, zu löschen mit ABC / BC-Feuerlöscher
oder mit einem Kohlendioxid Feuerlöscher (CO2). Dieser ist
für den Einsatz bei brennenden Flüssigkeiten und elektronischen
Einrichtungen geeignet. Eignet sich nicht für Fettbrände.
Hat diese Yacht eine starre Welle oder Saildrive?
Starre Welle (unsere Yacht).
In welche Richtung dreht die Schraube?
Rechtsdrehende Schraube.
An welcher Seite soll unter der Berücksichtigung des Radeffekts
angelegt werden?
Die Backbordseite bei unserem Schiff. (Windeffekt wurde nicht erwähnt,
wurde so akzeptiert)
Erklären Sie mir die aktuelle Wetterlage..
Hoch-Tiefdruckgebiete wurden erklärt, Zugrichtungen angegeben,
Windrichtungsänderungen im Hinblick auf eine konkrete Route
erläutert.
Wohin zieht dieses Tief (deutet auf die Wetterkarte), das sich
gegenwärtig etwas nördlich der Deutschen Bucht befindet?
Richtung Südosten (Info aus dem Wetterbericht).
Was wird passieren, wenn uns dieses Tief erreicht (Prüfer
deutet auf die Wetterkarte) ?
Dieses Tief erreicht uns am Abend, der Luftdruck wird fallen, Wind
wird zunehmen. Windrichtungsänderung, Regen,
Luftdruckabfall, verminderte Sicht.
Geben Sie Wolkentypen und Bedeckungsgrad des Himmels in achteln
an.
5/8 an diesem Tag. Wolkentypen wurden erwähnt. Am Morgen waren
es erst Stratuswolken, am Vormittag im Prüfungszeitraum Wechsel
zur Cumulusbewölkung. Weiter oben waren Cirren erkennbar, deuteten
auf ein nahendes Tief hin.
Inwiefern passt die Wetterbeobachtung hier an Bord zu der Gesamtsituation,
die wir für unser Gebiet aus der Wetterkarte durch Konstellation
der Hoch- und Tiefdruckgebiete ablesen können?
Prüfung am Radar:
Was müssen Sie beachten, nachdem das Radar eingeschaltet wurde?
1) Die Tune-Funktion einstellen. Das Eingangssignal muß auf
das Ausgangssignal abgestimmt werden. Darstellung auf unserem Radar:
Tune-Funktion wurde in Form eines grünen Balkens angezeigt,
den man manuell maximieren musste.

2) Die Verstärkung, "Gain" muß
so justiert werden, dass die Ufer und Molen zusammenhängend
sichtbar werden und Tonnen, Schiffe wirklich als abgegrenzte Echos
erkennbar sind. Die Einstellungen Sea und Rain wurden auf null gesetzt
(mangels Regen und Wellen am Prüfungstag). Die Helligkeit des
Displays kann noch der Tageszeit angepasst werden. Nur nachts wird
das
Display dunkler gestellt, das ist angenehmer für die Augen
und blendet nicht.
Hier zwei Beispiele: Links sind die Konturen schlecht erkennbar,
Gain zu niedrig, rechts ist Gain zu hoch:

3 ) Der Bildausschnitt muß so angepasst werden, dass man darauf
die Gesamtsituation, Küstenverläufe, Molen, Brücken
erkennen kann. Die Prüfung wurde mit Start in Stralsund gesegelt
und fand ausschließlich zwischen Altefähr, Stralsund
und der Rügendammbrücke statt. Optimal für SSS-Prüfungen
in diesem Gebiet: Einstellung "Range"
auf 1,5 nm.
Hier ist Gain korrekt eingestellt und der Ausschnitt
auf 1,5 nm gesetzt:

Man muß in der Lage sein, die Distanzringe, die unten auf
1/4 nm gestellt sind, zu aktivieren:

Wozu dient VRM/EBL?
Damit kann man z.B. eine Peillinie auf ein Schiff legen, um herauszufinden,
ob eine stehende Peilung existiert. Bewegt sich das Echo auf der
Linie näher zu unserm Schiff, bestünde Kollisionsgefahr.
Hier wurde Peillinie und die Distanzmarkierung auf die
Mole von Stralsund gelegt.
Wie können Sie herausfinden, ob dieses Objekt (Prüfer
zeigt auf ein ovales Echo) ein Schiff oder eine Tonne ist?
Es müssen in kürzester Zeitfolge schnell folgende Werte
notiert werden: MgK, MgP Landmarke 1, MgP Landmarke 2, Radarseitenpeilung
und Distanz zum unbekannten Objekt.
Genauere Reihenfolge:
1) Ich bestimme meine Position und trage diese in die Karte ein.
Prüfer wollte ein Kreuzpeilung sehen, GPS wäre zu leicht
gewesen. Es wurde das grüne Molenfeuer und der Rote Schornstein
bei Stralsund gewählt.



Diese Objekte sind in der Karte eindeutig identifizierbar. Problem
bestünde bei der Peilung einer der drei Kirchen in Stralsund,
weil nur zwei Kirchen in der Seekarte verzeichnet sind und nicht
eindeutig erkennbar ist, welche Kirche zu welcher Kirchen-Markierung
in der Seekarte gehört. Die Kirche in Altefähr könnte
man bei günstiger Schiffsposition zwar anpeilen, aber im Fall
dieser Prüfungssituation gerade nicht, weil sich bei der Peilung
zufällig das Schiff genau zwischen dem Molenfeuer und der Kirche
in Altefähr befand. Keine Kreuzpeilung auf der Position möglich.
2) Als nächsten Schritt sollten die Magnetkompasspeilungen
in rechtweisende Peilungen verwandelt werden. Dafür wurde nur
die Missweisung verwendet, Ablenkungstafel darf auf keinen Fall
benutzt werden, funktioniert natürlich auch nicht bei Verwendung
von Handpeilkompanden. (Häufige Fehlerquelle). Hierbei war
dem Prüfer wichtig, in welcher Reihenfolge die Objekte angepeilt
werden. Das Objekt, dass am langsamsten ausläuft (z.B. recht
voraus oder recht achteraus), wird zuerst gepeilt.
3) Die rechtweisenden Peilungen wurden in die Karte eingetragen,
Position stand damit also fest. Wichtig: zu jeder Position
gehört eine Uhrzeit. Die Crew muss sich auf eine zu benutzende
Uhr einigen (z.B. Borduhr an der Wand).

Es hat keinen Sinn, wenn einer eine Position mit Bordzeit, der andere
aber die nächste Position mit UTC in die Karte einträgt.
Also eine Uhr für sämtliche Positionsangaben!
4) Die Radarseitenpeilung (RaSp) muß in
eine rechtweisende Peilung (rwP) umgewandelt werden
.
Also rechnet man zuerst vom Mgk auf den
rwk unter Verwendung der zuvor erstellten Ablenkungstabelle
und der Missweisungsangabe aus der Seekarte.
Anschließend wird die rwP berechnet.
rwk + RaSp = rwP
5) Vom Schiffsort wird die rwP mit der per Radar gemessenen Distanz
eingetragen. Dort müsste sich also das unbekannte
Objekt befinden. Dort war aber nichts zu sehen. Grund: Es muß
also entweder ein Schiff sein oder eine Tonne, die auf der Karte
mit diesem Kartenmaßstab nicht verzeichnet ist. Die Tonnen
dieses Gebiets waren auch nur auf der Detailkarte mit einem
anderen Maßstab eingezeichnet. Auf der Detailkarte traf rwP
und Distanz genau auf eine Tonne. Damit war das Objekt identifiziert
und die Aufgabe gelöst.

Was in anderen Prüfungen auch noch von Relevanz sein kann:
Die Bedeutung der Alarmfunktion des Radars. Man kann eine Alarmzone
ums Schiff setzen, welche ein akustisches Signal aussendet, wenn
ein neues Echo in der Alarmzone auftaucht. Die Alarmzone muß
kein Vollkreis sein, auch die Form eines C ist denkbar.
Alarmzonen einstellen:

Wie ist die Positionsbestimmung per Radar im Bereich vor Stralsund
am sinnvollsten?
Mit dem Radar eindeutig identifizierbar und abgegrenzt ist nur die
Mole von Stralsund. Diese wird angepeilt. Problematisch wäre
eine Radarpeilung auf die Steilküsten, die natürlich nicht
mit der Uferlinie (null-Meter-Kartentiefe) übereinstimmen,
sondern mehr oder weniger stark versetzt und damit nicht nutzbar
sind. Also verbleibt vor Stralsund nur eine der drei Möglichkeiten
der Positionsbestimmung per Radar, nämlich die oben beschriebene:
Molenkopf anpeilen, Radarseitenpeilung und die Distanz notieren.
Die anderen beiden Varianten (unten) wären in der Prüfung
vor Stralsund nicht nutzbar:
1) Nur Distanzen:
Zwei Objekte wählen und die per Radar gemessenen Distanzen
als Zirkelschläge in die Karte eintragen. Schnittpunkt ist
die Position.
2 ) Nur Richtungen:
Zwei Objekte wählen und die beiden Radarseitenpeilungen in
rechtweisende Peilungen umwandeln. Peillinien in die Karte
eintragen und Position ermitteln.
GPS-Kartenplotter:
Hierfür müssen unbedingt die 3 Möglichkeiten der
Wegpunkteintragungen bekannt sein.
1) Wegpunkt wird beim Schiff gesetzt
2) Wegpunkt wird beim Cursor gesetzt
3) Wegpunkt wird eingegeben (oder z.B. aus einer Wegpunkteliste
übernommen)
Geprüft wurde die Variante „Wegpunkt wird eingegeben“
Beim Simrad Kartenplotter auf diesem Schiff wurde die Taste PLOT
betätigt, der Unterpunkt „Wegpunkt eingeben“ gewählt
und
die vom Prüfer diktierte Position eingegeben. Anschließend
sollte die Distanz und die Peilung zum Wegpunkt ermittelt werden.
Das ermöglichte die Funktion GOTO. Also GOTO
Taste drücken und Wegpunkt auswählen. Es öffnete
sich ein Fenster mit in diesem Fall der unglaublichen Distanz von
8545 nm und 310 Grad zum Wegpunkt. Damit war der Prüfer zufrieden.
Was auch von Relevanz sein kann:
Ist das Kartendatum des Plotters identisch mit dem der Papierseekarte?
Lösung Simrad-GPS: Man drückt die Menütaste und wählt
den Menüpunkt „Postion„. Über der Postionsangabe
erscheint WGS84. Am Rand der Seekarte steht sieses Kartendatum auch.

Prüfung an Deck:

Jeder mußte natürlich An- und Ablegen. Ablegen immer
mit Hilfe einer Spring.
Jeder musste Wenden, Halsen und das Person-über-Bord Manöver
unter Segel und Motor absolvieren.
Was nur einige vorführen mussten: Segel Ein- und Ausreffen,
Wenden auf engstem Raum. Ankermanöver wurde nicht gefragt.
Ich selbst (Ingmar) mußte bei meiner damaligen SSS-Prüfung
bei Lauterbach das Person-über-Bord Manöver ohne Crew
fahren. Wie folgt:
- A: Die gesamte Crew mußte unter Deck.
Der Prüfer stand neben mir und warf die Markierungsboje bei
Amwindkurs
backbord ins Wasser (roter Punkt in der Grafik).
- B: Ich mußte eine enge Wende fahren
- C: Die Fock blieb nach der Wende auf halben
Wind die ganze Zeit back stehen, die Segelstellungen wurden nicht
dem Kurs angepasst. Ich durfte die Boje nicht aus den Augen lassen,
Segelstellungen waren irrelevant.
- D: Eine Halse wurde eingeleitet.
- E: Die Segelstellungen blieben unverändert,
Groß und Fock waren dicht.
- F: rund achtern, dann Steuerbordbug und weiter
bis auf halben Wind anluven.
- G: Segelstellungen immer noch auf Amwind. Motor
wird schon gestartet aber noch nicht genutzt. Steuermann und einzige
Person an Bord rennt kurz zur Steuerbordwinsch und fiert die Fock
komplett auf.
- H: Aufschiesser. Großschot wird dabei
nicht aufgefiert. Sie wurde während des gesamten Manövers
nicht angerührt. Der Aufschiesser muß also direkt gefahren
werden.
- I: Der Motor darf hier zum exakten Aufstoppen
zugeschaltet werden, falls zu wenig Raum für den Aufschiesser
gelassen wurde. Wichtig: Befindet sich die Boje hinter den Wanten,
muß sofort in den Leerlauf geschaltet werden, da ansonsten
Verletzungsgefahr durch die Schraube droht. Darauf legte der Prüfer
großen Wert.

Weitere Bilder:
Üben von Kursverwandlungen vor der Prüfung:

Erklärung der Wetterdaten

Boje-über-Bord Mithilfe der Markierungsboje

Anlegeübungen in Stralsund


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